Warum Eigendiagnose im Krypto-Bereich selten funktioniert
Im Self-Custody hat das eigene Sicherheitsgefühl einen strukturellen Bias: Man sieht die Schritte, die man selbst gegangen ist, und hält sie für ausreichend – nicht die, die man nicht gegangen ist. Das ist der Grund, warum bei vielen späteren Recovery-Fällen die Betroffenen vorher „eigentlich ein sicheres Setup“ hatten. Der Seed war notiert, die Wallet lief, die Passphrase war bekannt – aber niemand hat je getestet, ob die Kombination im Ernstfall funktioniert.
Ein externer Sicherheits-Check zwingt dazu, jeden Schritt nachvollziehbar zu machen: Wo liegt der Seed konkret? Wer weiß davon? Wie würde die Wiederherstellung ohne das Hauptgerät funktionieren? Genau diese Fragen finden in der eigenen Routine meistens nicht statt – und die Antworten darauf sind das, was im Notfall zählt.